Manaslu Expedition 06.09.08 - 18.10.08 / Bericht I
Mittwoch, 17. September 2008 von StephanTagebucheintragungen 6. - 16. September 08
Manaslu
06.09.08
Gegen 16:00 Uhr fahren wir von zu Hause weg, Richtung München. Nach einem kurzen Abstecher zum Eisessen in Rattenberg geht es ab auf die Autobahn. Auch der Rest des Teams ist inzwischen unterwegs zum Flughafen. Gegen 20:00 Uhr treffen wir uns am Eingang zum Emirates Schalter. Die Verabschiedung wird wie immer so kurz wie möglich gehalten. Ich muss sagen, es ist mir dieses Mal ein wenig leichter gefallen wie beim letzten Mal als es zum Everest gegangen ist. Ein starkes Team, gute Organisation und hoffentlich gnädige Götter machen diese Expedition zu einem schönen Erlebnis. Der Flug startet pünktlich um 22:00 Uhr und ich wache erst wieder in Doha auf.
Flughafen München
07.0.08
Nach einem mehr oder weniger langen Zwischenstopp in Doha, den wir mit Kaffee trinken und faul herumhängen bewältigen, geht es weiter nach Kathmandu. Pünktlich um 16:00 Uhr steigen wir aus dem Flugzeug. Ausser dass sich die Visakosten seit Frühling und seit der neuen Regierung um 100% erhöht haben, läuft alles problemlos und schnell haben wir unser gesamtes Gepäck ausgefasst. Ein Minibus unserer Agentur steht schon bereit und wir sind vor der Dunkelheit im Hotel Shangri La angekommen. Es folgt ein gemütliches Abendessen im Garten des Hotels. Da der Flug wie immer nicht gerade erholsam war, liegen wir schon bald alle im Bett.

Kathmandu
08.09.08
Da es noch einen Tag Zeit braucht, bis alle Formalitäten erledigt sind und die Genehmigungen für den Berg und die Region ausgestellt sind, haben wir noch Zeit für eine Stadtrundtour. Nach der Sightseeing Tour geht es noch ab nach Thamel, wo wir neben dem ein oder anderen Bier auch noch die restlichen Dinge für den Berg besorgen können. Mit Taschen voll Gebetsfahnen, Räucherstäbchen, Daunenschuhen und sonstigen Souvenirs erreichen wir dann bei Dunkelheit unser Hotel. Es geht uns allen bestens und wir geniessen noch einmal ein gemütliches Abendessen im Hotel.
09.09.08
Heute geht es endgültig ab in die Berge. Schon um 5 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Mit einem Minibus geht es wieder zum Flughafen. Das Gepäck wird gewogen, wir erhalten unsere Flugtickets und nach 2 Std. Wartezeit sitzen wir im Helikopter Richtung Samo, dem letzten Ort vor dem Manaslu BC. Da wir sehr viel Gepäck haben, muss der Heli vor Samo zwischenlanden und einen Teil davon ausladen. Auch Sepp und Wolfi müssen warten. Martin und ich werden bis kurz vor Samo geflogen, der Rest der Truppe und das Gepäck sind dann auch schnell da. Einige Träger aus dem Dorf sind schnell da und so sind wir schon zu Mittag in unserer „Lodge“. Wir verbringen da einen gemütlichen Nachmittag bei abwechselnd Regen und Sonnenschein. Auch die Gruppe von Kari Kobler ist schon da und der Führer der Truppe ist schon im BC. Der Nachmittag ist schnell vergangen und wir haben unseren Notlagerplatz im halbfertigen Anbau der Lodge bezogen. Auch wenn es da noch keine Fenster gibt, gibt es zumindest keine kleinen Nagetiere als Mitbewohner.
Heli nach Samo
10.09.08
Den heutigen Tag nutzen wir, um uns von Samo aus, das auf ca. 3500m liegt, ein wenig zu akklimatisieren. Wir sind einzeln oder zu zweit aufgebrochen, um die Umgebung zu erkunden. Martin und Sepp sind bis ins BC aufgestiegen, Wolfgang hat so wie ich eine Runde in der Umgebung von Samo gedreht. Es ist in dieser Region Nepals noch sehr ursprünglich und die Landschaft ist wunderschön. Am frühen Nachmittag sind wir dann wieder alle in der Lodge und die drei Vorarlberger versuchen mir mehr oder weniger erfolgreich jassen beizubringen. Nachdem unser Air Cargo weder im BC ist noch hier in Samo angekommen ist, ist es Zeit, den Verbleib der Ausrüstung zu klären. Dorjee, unser Ansprechpartner in Kathmandu hat mir per Satellitenphone versichert, dass die Sachen noch heute bzw. spätestens morgen bei uns ankommen sollen. Damit ist das auch geklärt und wir können in Ruhe weiter jassen und dann abendessen. Es folgt eine weitere zugige Nacht auf der Baustelle.
11.09.08
Starker Regen weckt uns um 7 Uhr. Wir kriechen erst um 8 Uhr aus unseren Schlafsäcken. Nach dem Frühstück taucht dann tatsächlich unser Air Cargo auf, zumindest fast alles. Wolfis Sachen fehlen scheinbar noch. Doch auch dieses Problem hat sich dann bald zum grössten Teil gelöst. Wolfis Ausrüstung wurde irgendwo zwischen Innsbruck und Samo ausgepackt und nicht mehr in die Drum versorgt. D.h., so wie die Sachen in Plastiksäcken versorgt waren und mit der Feststellung, dass Sturmhauben und die Goretex Jacke nicht mehr da ist, wurde das Material sicher beim Zoll in Nepal umgepackt. Doch wir können uns, was das Material betrifft, gegenseitig aushelfen. Der restliche Vormittag vergeht mit umpacken. Am Nachmittag lässt der Regen dann nach und wir können noch einen Runde durch den Ort drehen. Um 17 Uhr wird dann das Gepäck von unseren Trägern begutachtet, damit es morgen ins BC geht. Eine letzte Nacht vor dem Aufstieg zum Mansalu BC erfolgt auf unserer
Baustellen–Lodge.
12.09.08
Nach dem Frühstück und einem Riesenauflauf an Trägern machen wir uns bei Sonnenschein auf den Weg in das BC. Der Aufstieg führt durch eine ausgesprochen schöne Landschaft, vorbei an einem Gletschersee sehr steil Richtung BC. Das Wetter wechselt zwischen Regen und Sonne und nach ca. 4 Std. erreichen wir bei leichtem Schneeregen das Basislager. Das gesamte Küchenteam ist schon da und auch unsere Zelte stehen schon. Nach einem kurzen Lunch richten wir unsere Zelte ein und bauen noch ein weiteres Domzelt als Materialdepot auf. Der Rest des Nachmittags verläuft gemütlich und wir lernen die Teilnehmer und Rainer den Guide der Kobler Expedition kennen. Die Welt ist klein – ich treffe Erich, ein Teammitglied aus einer früheren Nanga Parbat Expedition. Auch Sepp und Martin sehen einen Sherpa von der Shisha Pangma Expedition. Nach dem Abendessen liegen wir schnell in unseren Schlafsäcken.

Träger in Samo Manaslu
13.09.08
Der heutige Tag dient nur der Akklimatisation. Wir hängen faul herum, essen viel und versuchen, uns so wenig wie möglich zu bewegen. Die ein oder andere Arbeit mit Lager einrichten sowie die Errichtung eines Steinmännchens mit Gebetsfahnen ist alles was wir machen.
14.09.08Wie schon fast täglich beginnt der Tag mit Schneeregen. Da die Nacht nicht ganz so gemütlich war und der ein oder andere Durchfall und leichte Kopfschmerzen die Runde machen, beginnen wir den Tag wieder ganz gemütlich. Nach dem Frühstück um ca. 9 Uhr kommt dann ein Mönch ins Basislager und wir können unsere Buja Zeremonie bei Schneeregen abhalten. Am Nachmittag packen wir dann unsere Sachen für Lager I. Zum Abendessen gibt es Käsefondue, was wie nicht anders zu erwarten zwar sau gut ist, aber umso schwerer im Magen liegt. Es folgt eine unruhige Nacht.


Buja Zermonie
15.09.8
Nach dem Frühstück machen wir uns um ca. 9 Uhr mit voll gepackten Rucksäcken auf den Weg ins Lager I. Am Anfang geht es über einen Felsrücken vorbei an zahlreichen anderen Lagerplätzen Richtung Gletscher. Wir gehen extrem langsam, da wir schwer geladen haben und unsere Akklimatisation ja erst so richtig beginnt. Nach 2 Stunden erreichen wir den Gletscher. Nach einer kurzen Pause, in der wir uns anseilen, geht es dann in einer ca. 20 cm tiefen Schneespur weiter nach oben. Es ist nebelig und es scheit immer wieder, doch wir kommen gut voran. Nach 5 Std. sind wir im Lager I. Nachdem wir unser Lager eingerichtet haben, verkriechen wir uns in unseren 2-Mann Zelten. Schneeschmelzen, essen und nicht zu viel bewegen folgt. Kurz vor dem Einschlafen treibt uns dann noch ein überwältigender Mondaufgang aus unseren Zelten. Es ist fast wolkenlos auf dieser Höhe (5500m), nur im Tal gibt es ein Wolkenmeer und der Vollmond steigt als rotgelbe Kugel zwischen den 5 und 6000ern herauf. Es ist ein einmaliges Erlebnis und wir verkriechen uns in unsere Schlafsäcke. Es folgt eine überraschend gemütliche Nacht im Lager I.


Aufstieg ins Lager I



Lager I
16.09.08
Um 8 Uhr kriechen wir aus den Zelten und sind schnell abstiegsbereit. Es ist ein wenig wolkig, aber beim Weggehen überwiegt die Sonne noch. Wir steigen am Anfang über einen Grat ab und erreichen bald wieder unsere Aufstiegsspur von gestern. Nach 2,5 Std. erreichen wir dann bei leichtem Regen, aber grosser Hitze, wieder das Basislager. Diese erste Nacht im Lager I war für uns alle kein Problem und es geht uns allen ausgezeichnet gut. Nun folgt ein weiterer Ruhetag im BC bis es wieder Richtung Lager I und Lager II weitergeht.
Abstieg ins BC
In der Zwischenzeit liebe Grüsse aus dem Basislager
Martin, Josef, Wolfgang und Stephan
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